Einkaufswagen füllen

Bild: Patrick Daxenbichler

Hallo Du! Schön, dass du da bist!

Hast du schräge Hobbies? Beschäftigst du dich auch manchmal mit seltsamen Dingen?
Ich schon. Derzeit: Einkaufswagen füllen.

Wie, füllen? Also shoppen?

Nein.
Wie jeder andere Mensch habe auch ich natürlich einige Ideen, welche Dinge ich kaufen könnte. Also wirklich viele. So viele Dinge, dass ich sie mir gar nicht leisten kann. Geschweige denn, wohin damit?
Meine Wohnung misst lediglich 28 Quadratmeter. Da muss man sich schon gut überlegen, was man wirklich braucht. Sachen kaufen, klar, das ist teuer. Sachen lagern, das ist aber auch teuer. Zumindest bei den heutigen Wohnungspreisen. Viel Platz=viel Geld. So ist das.

Eine einfache Möglichkeit, den eigenen Besitz unter Kontrolle zu behalten ist, regelmäßig auszumisten. Wer wenig Platz hat, muss entweder jeden Zentimeter seiner Wohnung geschickt vollstopfen oder eben, regelmäßig ausmisten.

Oder Letzeres: Nichts mehr kaufen!

Was ich mache ist folgendes: Ich besuche einen beliebigen Onlineshop. Derzeit gerne Onlineshops für Kosmetikprodukte. Klingt komisch, ist aber so. Ich frage mich selbst, welche Produkte ich gerne kaufen würde. Diese suche ich gemütlich aus dem Angebot des jeweiligen Onlineshops heraus, vergleiche gerne auch Preise, überlege fieberhaft ob sich teure Markenprodukte auszahlen oder ob billigere Produkte für meine Bedürfnisse reichen könnten. Penibelst achte ich darauf, dass die Dinge, die in meinem Einkaufswagen liegen, in Summe unter einem Wert von hundert Euro bleiben. Das gelingt mir nicht immer. Ich lösche einige Produkte, lege sie dann wieder in den Einkaufswagen zurück, lösche Andere, finde Neue. Das geht eine ganze Weile so. Wenn ich ganz deutlich spüre, dass ich wirklich zufrieden mit meiner Auswahl bin und mich schon sehr auf meine Bestellung freue schließe ich den Internetbrowser und mache was anderes.

Am nächsten Tag schaue ich mir die Dinge in meinem Einkaufswagen an und beschließe, dass ich all die Sachen eigentlich überhaupt nicht brauche. Ich lösche die gesamte Bestellung und bin stolz, dass ich mir das ganze Geld sparen kann.

Wenig später spiele ich das Spiel von vorne.

Welche Zeitverschwendung! Wer macht sowas?

Ich. Denn ich bin der Meinung, dass alles, was ich kaufe, auch irgendwann zu Müll wird. Manchmal stelle ich mir vor, ich müsste auf meinem eigenen Müllhaufen wohnen. Die Vorstellung ängstigt mich. Ich liebe es, mir selbst Dinge zu „schenken“. Aber ich hasse es noch mehr, Dinge, die ich besitze, wegzuwerfen. Aus Platzmangel! Sowieso wird alles, was ich kaufe irgendwann zu Müll. Irgendwann sterbe auch ich und dann will niemand meine alten Sachen haben. Wie kommen meine Enkelkinder dazu, sich Gedanken über meinen mühselig angesammelten Besitz zu machen?

Ich versuche mir nur wenig zu kaufen. Darum spiele ich das „Ich fülle den Einkaufswagen“- Spiel.

Zugegeben: Manchmal klicke ich auf „zahlen“.

Was spielst du gerne? Hast du schräge Hobbies?

 

Bis zum nächsten Mal, alles Liebe,

Vici

Ein Kommentar bei „Einkaufswagen füllen“

  1. […] interessieren alle meine schrägen Hobbies? Hier geht es zu einem weiteren Beitrag dieser […]

Schreibe einen Kommentar