Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ (Hermann Hesse)

Nein, das kann ich nicht unterschreiben.

Ich finde Anfänge schwer. Ich gehöre zu den Menschen, die wollen, dass alles bleibt, so wie es ist. Und dennoch bin ich neugierig genug, Neues zu versuchen. Immer wieder. Und immer wieder merke ich, wie anstrengend dies ist. Neue Routinen zu lernen, sich neues Wissen anzueignen, neue Gewohnheiten zu etablieren;

Anfänge sind für mich wie eine anstrengende Wanderung: Unten im Tal denke ich: „Oh, was für ein schöner Gipfel, ich will da rauf!“ Ich marschiere also los. Nach der Hälfte des Weges beginne ich mich zu fragen, warum ich mir das antue, nach 3/4 des Weges überlege ich umzukehren und ärgere mich über mich selbst dass ich unbedingt die schwierigste Route nehmen musste. Am Gipfel angekommen blicke ich stolz zurück und vergesse sofort wie anstrengend der Weg auf den Gipfel war.

Ich glaube, dass es manchen Kindergartenkindern im Herbst ähnlich geht, wie mir, wenn ich etwas Neues beginne. Erst freuen sie sich monatelang auf den Kindergarten. Die Eltern von Zweijährigen erzählen häufig, dass ihr Kind es kaum erwarten kann endlich in den Kindergarten gehen zu dürfen. Die ersten Tage kommen die Kinder fröhlich strahlend in den Raum, manche beachten ihre Eltern nicht mehr oder schicken sie gar fort. Nach etwa drei Wochen beginnt der Kindergartenbesuch kräftezehrend zu werden und es gibt morgens die ersten Tränen. Dann geht das so bis Weihnachten. Morgens klammert man sich an die Eltern, kann sich kaum trennen und beginnt zu verstehen, dass man jetzt wirklich JEDEN TAG in den Kindergarten muss.

Aber irgendwann ist es geschafft: Man kennt die neuen Menschen um sich herum, die Räume, die Abläufe, die Routinen, weiß alles was man wissen muss und findet es plötzlich schön und nicht mehr anstrengend.

Wann hast du das letzte Mal neu angefangen? Worum gings dabei? Hat es sich gelohnt? War es schwer?

 

Bis bald! Schön dass du heut‘ da warst!

Vici

 

Bild: Patrick Daxenbichler

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