Mein 11. Arbeitsjahr

Im Juni 2009 habe ich meine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin abgeschlossen. Damals war ich 19 Jahre alt. Ich hatte keinen Plan ob mir dieser Beruf gefallen würde oder nicht. Und auch nicht, ob ich den Anforderungen des Berufs gerecht werden würde.

Meine erste Arbeitsstelle war in einem Dorfkindergarten. Ich bekam eine Anstellung für 31 Wochenstunden. Dafür verdiente ich 1060 Euro netto im Monat. Als ich bescheid bekam dass ich dort arbeiten sollte war ich überglücklich. Meine Mama fuhr noch am selben Tag an dem ich die Zusage erhalten hatte mit mir zum Betrieb damit ich mich vorstellen konnte. Ja, ich habe mich wirklich über die Zusage gefreut.

Mein erstes Arbeitsjahr war hart. Ich war immer sehr gut gewesen in der Schule, der Arbeitsalltag verlangte mir jedoch völlig andere Kompentzen ab als jene, die ich in der Schule gelernt hatte. Ich bin meinen damaligen Kolleginnen heute noch dankbar dafür, dass sie mich in diesen Beruf so gut eingearbeitet haben. Das ganze Jahr freute ich mich auf das darauf folgende, von dem ich hoffte, dass es etwas leichter werden würde. Und das wurde dann auch richtig gut!

Von meinem ersten Arbeitstag bis heute war ich zusammengerechnet für mindestens 250 Kinder in irgend einer Weise zuständig. Oft ist der Kontakt mit einem Kind nur lose gewesen. Vor allem, wenn das Kind eine sehr große Gruppe besucht hat oder täglich nur für wenige Stunden im Kindergarten war; Auch, wenn ich für zwei Gruppen gleichzeitig zuständig war konnten sich kaum intensive Beziehungen zu Kindern entwickeln. Allerdings habe ich in vielen Gruppen Kinder als Sonderkindergartenpädagogin begleitet. Dann ist der Kontakt sehr intensiv und die Zeit auch für mich prägend gewesen.

Ich erfahre selten, was aus einem Kind nach seiner Kindergartenzeit geworden ist.

Ist es nicht befremdlich dass Kinder sich in ihren schwächsten Momenten von Erwachsenen helfen lassen müssen die eine rein berufliche Beziehung zu ihnen pflegen? Umso verantwortungsvoller müssen Fachkräfte im pädagogischen Bereich ihre Aufgabe wahrnehmen. Deine Wertschätzung hilft uns ungemein diese Verantwortung mit Stolz zu tragen.

Erzähl‘ doch mal von deinem Beruf! Ich wäre gespannt!

 

Bis bald, Vici

Foto: Patrick Daxenbichler

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