Mit Hunden wohnen

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Vor einiger Zeit habe ich soweit ich mich erinnere, erwähnt, dass ich es tatsächlich geschafft habe in acht Jahren fünf mal umzuziehen!

Jeder Umzug war anstrengend und fast immer verschlug es mich in ein neues, aufregendes Abenteuer.

Abenteuer sind unglaublich lehrreich, vor allem wenn sie mit Mutproben verbunden sind!

So eine Mutprobe habe ich 2015 gewagt: Ich entschied mich in eine riesige Haus-WG zu ziehen. Zu meinen  Mitbewohnern würden auch zwei Hunde gehören. Delikat: Ich habe Angst vor Hunden.

Voilà! Mutprobe.

Die Mutprobe hat, rückblickend, nicht viel gebracht außer dass ich folgendes gelernt habe:

Hunde und Kinder haben Vieles gemeinsam.

Erschrockenes Einatmen. Skeptischer Blick des Lesers. Wie kann eine Pädagogin Kinder mit Hunden vergleichen? Sie wird ihre Zulassung verlieren!

Halt halt, keine Sorge. Lass es mich am Beispiel eines knurrenden Hundes erklären:

Wenn ein Hund (mit dem man zusammenlebt) knurrt, macht es wenig Sinn, wegzulaufen. Der Hund denkt dann er hätte die Diskussion gewonnen und knurrt bei nächster Gelegenheit wieder wegen irgend eines Blödsninns. Er bekommt Macht über dich. Aber freuen tut er sich nicht darüber. Gebraucht hätte er dich als stärkeren Beschützer.

Sich drohend vor den Hund zu stellen, wenn er knurrt, ist auch nicht richtig. Entweder du fühlst dich mächtig, machst ihm große Angst und brichst den Willen des Hundes (eigentlich wolltest du aber ein Tier, das dich liebt). Viel eher beißt er dich aber irgendwann und du landest im Krankenhaus;

Nachdem ich jedes Mal weggelaufen bin, wenn mich einer meiner Mitbewohner-Hunde angeknurrt hat, habe ich mich bei meinen menschlichen Mitbewohnern erkundigt welches Verhalten denn die hilfreichste Alternative wäre: Einem Hund, der dich anknurrt, begegnest du mit Ruhe. Er braucht deine Ruhe um zu spüren „alles ist gut“.

Wer Kinder kennt und Kinder hat, versteht das Gleichnis vielleicht:

Manchmal hat man das Gefühl man hätte in emotionalen Krisensituationen (die mit Kindern durchaus mehrmals täglich auftreten können) ausschließlich zwei Möglichkeiten:

  1. Nachgeben (= vor dem Hund weglaufen), dem Kind den Willen lassen, Hauptsache es beruhigt sich endlich;
  2. Böse werden (= den Hund bedrohen), die Kontrolle zu gewinnen versuchen, zeigen, wer hier der Chef ist;

Kinder brauchen aber, genauso wie Hunde, weder einen Untergebenen noch einen brutalen, unberechenbaren Chef. Sie brauchen verlässliche Wegbegleiter und Beschützer, jemanden der ruhig bleibt und vermittelt: Alles ist gut. Du darfst dich aufregen, ja, du darfst sein wie du bist. Aber es ist jetzt nun mal so.

Mit den zwei Hunden in der Wohngemeinschaft gelang mir das leider nicht so gut wie mit den Kindergartenkindern. Trotzdem möchte ich der lieben Lotte danken. Sie war ein sehr netter Hund und hat sich trotz meiner Unsicherheiten ab und an getraut mit mir spazieren zu gehen (und mich niemals angeknurrt).

Ist es seltsam sich bei einem Hund zu bedanken?

Ich tue es trotzdem.

Bis bald dann, deine Vici

 

P.S.: Wer wissen möchte, wie ich auf die Idee komme, dass es der beste Weg ist mit aufgebrachten Kindern umzugehen, ruhig, gelassen und wie ein Fels in der Brandung zu bleiben könnte das Buch „Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman lesen. Das Kapitel Schmelztigel Familie kann ich besonders empfehlen. Die Sache mit den Hunden weiß ich im Gegensatz dazu leider nur vom Hörensagen. Hast du einen Hund?

P.P.S.: Von wem glaubst du ist das schöne Foto?

2 Kommentare bei „Mit Hunden wohnen“

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