Wahltag

Ich bin heute morgen aufgestanden und habe mich schön angezogen. Auch Schmuck habe ich angelegt, mich sogar etwas hübscher frisiert als sonst;

Denn es gab etwas zu feiern!

Bei uns war heute nämlich Wahltag. Wir leben glücklicherweise in einer Demokratie und es ist wunderbar dass es für Bürger einen Weg gibt, der Politik eine kleine Mitteilung zu machen in welche Richtung es künftig gehen soll. Dieser Weg ist: Wählen gehen!

Und dass wir das dürfen feiern wir wirklich viel zu wenig.

Viel zu oft sind wir verdrossen, weil wir nicht mehr Mitbestimmungsrecht haben, dass in der Politik gestritten, diskutiert und gezankt wird, dass Einigungen über Lösungen für komplexe Themen nur schwer gefunden werden und so weiter und so fort.

Man könnte all dies aber auch anders sehen. Nämlich ähnlich, wie in einer Beziehung!

In den meisten Beziehungen gibt es Streit. Dies kann furchtbar anstrengend sein. Man beginnnt dabei vielleicht an seinem Partner zu zweifeln. Oder überhaupt an dem Konstrukt „Beziehung“. Dabei vergisst man jedoch, dass man im Grunde froh sein kann überhaupt jemanden zum Streiten zu haben!

Ein weiteres Beispiel: In einer Diktatur oder Monarchie läuft das anders als hierzulande. In einer Diktatur gibt es überhaupt gar keinen Streit. Denn da gibt es nicht viele Interessen unter einen Hut zu bringen, nein! Es gibt einen Herrscher, der regiert und fragt nicht, was das Volk will. Wer mit den Entscheidungen des Herrschers oder der Herrscherin nicht zufrieden ist kann auswandern oder wird abgemurkst.

Ist es also nicht wunderbar, dass bei uns gestritten wird? Dass Probleme von vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden? Dass jeder und jede seinen Senf zumindest mittels eines kleinen Kreuzchens am Wahltag hinzugeben kann?

Also ich versuche es in Zukunft so zu sehen und feiere den Wahltag.

Gehst du wählen?

 

Bis bald, Vici

 

Bild: Patrick Daxenbichler

 

 

 

2 Kommentare bei „Wahltag“

  1. Solange es ein konstruktiver Streit, bei dem (gute) Argumente zur einer Lösung eines Problems führen, stimme ich voll und ganz zu. Ermüdsam sind lange andauernde Streits, bei denen es rein um Parteipolitik geht und niemanden der anderen Seite gönnt, einen Erfolg verbuchen zu können. Ein gemeinsames Ziel ist wichtig, für das gearbeitet und gekämpft wird.
    Und, auch ganz wichtig: Es müssen Fehler gemacht werden dürfen. Fehler sind keine Schwäche, sondern menschlich. Es ist vielmehr eine Stärke, aus Fehlern zu lernen und nicht zweimal denselbe zu machen.

    1. Da hab ich wohl dein Thema erwischt 😉 Und ich bin ganz deiner Meinung. Vor allem das mit den Fehlern. In der Politik gibt es viel zu wenig „Fehlerkultur“. Und natürlich gibt es eine Art zu Streiten, die gar nicht mehr konstruktiv ist, ermüdend und vor allem als Bürgerin oder Bürger frustrierend. Trotzdem feiere ich dass in unserer Demokratie überhaupt die Möglichkeit besteht zu streiten und hoffe einfach immer dass auf „zähe“ Perioden Phasen folgen, in denen Personen in unserer Regierung aufeinander treffen, die wirklich gut miteinander arbeiten können und gute Lösungen finden. Fast wie nach schlimmen Zeiten in einer Ehekrise 🙂 Da ist man angeblich ja auch froh, dass man in der Ehe (aka. Demokratie) blieb und nach vielem Streiten den gemeinsamen Weg weiterführen kann.

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