Zu Hause

Ist es dort, wo man seine Kindheit verbracht hat?

Oder bei dem Menschen, den man liebt?

Ist es der Ort, an dem man seine Freizeitaktivitäten ausübt?

Oder in unmittelbarer Nähe zum eigenen Arbeitsplatz?

In den letzten acht Jahren bin ich vier mal umgezogen und werde dies demnächst hoffentlich für lange Zeit zum letzten Mal tun. Von Heimweh geplagt und manchmal überfordert von einem neuen Umfeld habe ich mich gefragt:

Wo ist „zu Hause“?

Nach einem Auslandsaufenthalt, nach dem Leben in zwei verschiedenen Wohngemeinschaften und der Erfahrung alleine gelebt zu haben habe ich gelernt: Man kann vor sich selbst nicht weglaufen.

„Zu Hause“ habe ich immer im Außen gesucht. Ich habe abwechselnd meinem sozialen Umfeld, der Stadt in der ich lebte und der Landschaft („ich vermisse die Berge“) um mich herum die Schuld gegeben mich nicht zu Hause zu fühlen.

Ich glaube, dass „zu Hause“ überall sein kann.

Zu Hause ist der Ort, an dem man selbst gut für sich sorgt:
Zu Hause ist wenn man weiß, die Herausforderungen des Lebens bewältigen zu können;
Zu Hause ist, wenn man sich erlaubt abends einfach nur am Sofa zu liegen;
Zu Hause ist, wenn man für sich selbst Essen kocht;
Zu Hause ist, wenn man sich nachts Milch mit Honig macht weil man nicht einschlafen kann;
Zu Hause ist wenn man irgend jemanden anruft, wenn man sich schlecht fühlt.
Zu Hause ist, wenn man mit sich spazieren geht wenn einem die Decke auf den Kopf fällt.

„Zu Hause“ ist wo ICH bin.

Es gibt viele Dinge, die man an einen neuen Ort nicht mitnehmen kann. Doch letztendlich entscheidet nicht das Umfeld ob man sich in seiner Haut wohl fühlt. Wer sich selbst mag ist überall zu Hause.

 

Erzähl‘ mir bitte: Wo ist für dich „zu Hause“?

Bis bald, deine Vici

 

Bild: Patrick Daxenbichler

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